Warum Pferde?


Vor allem zwei Wesenseigenschaften machen das Pferd zu einem idealen Co-Therapeuten:

               

 

Sie sind Fluchttiere.  Sie leben ganz im Hier und Jetzt, nehmen jedes Detail ihrer Umgebung genauestens wahr und reagieren unmittelbar – auch auf ihr menschliches Gegenüber:  sie  spiegeln  ihn  und  sein  Verhalten  und  machen  so  auch  Unbewusstes zugänglich.   

   Im Laufe ihrer Evolution haben Pferde sich darauf eingestellt, auf kleinste Signale zu achten   und sie richtig zu interpretieren: Liegt das Raubtier träge und satt im Schatten dort drüben (und wäre es Energieverschwendung zu flüchten) – oder verändert sich die Muskelspannung   und ein Angriff steht bevor?                                                                                                                     

   Menschen  können  Pferden nichts „vormachen“. Ihre Antennen für körper-sprachliche Signale sind so fein, dass sie unsere  Gefühle  und  Gemüts-verfassungen  erkennen  (und darauf  reagieren)  können, auch wenn sie uns selbst kaum (oder gar nicht) bewusst sind.      

 

    Sie spiegeln. Ohne dabei über gut oder schlecht, richtig oder falsch zu urteilen.   Äußerlichkeiten  oder  Eigenschaften,  die  von  uns  Menschen  als  einschränkend gesehen werden (sog. körperliche und geistige Behinderungen) sind für die Pferde dabei völlig unerheblich.

 

 

              

Sie sind Herdentiere. Sie verfügen über ein differenziertes Sozialverhalten, eine klare Rangordnung  und  ein  umfassendes  System  körpersprachlicher Kommunikation – was im Zusammensein mit den Pferden beobachtet und im therapeutischen Kontext genutzt werden  kann.

 

 

 

 Darüber hinaus:

 

               

Die Größe des Tieres bietet Halt, löst aber auch Ängste aus. Die Erfahrung, dass diese Ängste zu bewältigen sind, ist für Klienten bedeutsam und hilfreich.

 

               

Die Sensibilität des Pferdes in der Interaktion bringt Grenzen und Möglichkeiten des sozialen Miteinanders hervor.

 

Da Pferde fast ausschließlich nonverbal kommunizieren stellen sie für Menschen, die sich nicht vorrangig mittels Sprache ausdrücken (z.B. Autismus, Mutismus), einen klaren und damit oft leichter zugänglichen Gesprächspartner dar.

 

               

Die  soziale  Ausrichtung  des  Pferdes  ermöglicht  die  Erfahrung,  dass  man  stärkeren und   größeren Lebewesen vertrauen kann. Ängste werden abgebaut.

 

               

Die  Gangart  des  Pferdes ermöglicht  das  Finden  des  eigenen  inneren  und  äußeren Gleichgewichts.